Andersartige Texte lesen

22.08.2018

Das Deutschland-Türkei-Puzzle

özil deutschland
(Bild: Pixabay / geralt) - Wann kommunizieren Deutscheund Türken normal?

Eigentlich will ich mich so wenig wie möglich politisch äußern. Unwillkürlich kann ich jedoch auch nicht, das, was die letzten Tage passierte, einfach unreflektiert und unkommentiert über mich ergehen lassen. Das Thema ist auch kein neues Thema, weshalb ich auch meinen tiefsitzenden Zorn gegenüber der Systematik, in schriftlicher Form zu einem Anschlag an alle in Deutschland lebenden Menschen manifestiere.

Die alte Leier – Das selbe in grün

Ständig gibt es in Deutschland dieses „hin und her“, dieses unsinnige Geplapper, über Ausländer in Deutschland und mangelnder Integration. Allein beim Schreiben dieses Artikels fällt es mir schwer eine Ordnung zu finden. Doch ich nehme mir die Mühe, welche sich weder Cem Özdemir noch Alexander Gauland vornehmen und ihr blödes scheinheiliges Gerede, also ihre undichten Sprechblasen in den öffentlichen rechtlichen Bedürfnisanstalten rauslassen, bei den Klofrauen, Illner, Maischberger, egal wie sie heißen, und wenn sie in ihrer intellektuellen Notdurft, noch etwas beim Nachtröpfeln bemerken, dann können sie diese noch die Woche darauf bei Kerner, Beck und Lanz, an der emotionalen Pissrinne unter das Volk mischen. Zwar werde ich mich nicht wie im letzten Satz an Georg Schramm halten, aber ich will versuchen eine Aufklärung und einen Lösungsansatz zu bieten, wie er das machen würde. Dazu muss jeder, der meckert bereit sein.

Sind die heutigen Deutschen wirklich Nazis?

„Die deutsche Sprache, war schon immer so eine aggressive Militärsprache“ – das musste ich mir einst von einem Deutschen anhören. Klargemacht habe ich dieser Person, dass erst seit Hitlers Reden, die deutsche Sprache wirklich so aufgefasst werden kann. Ich bin Italiener und liebe die Melodie, die die italienische Sprache mit sich nimmt. Vor allem liebe ich aber auch, die deutsche Sprache, mit der ich meine italienische Emotionalität, kräftiger zum Ausdruck bringen kann. Zurück zu Deutschland:
Auch Otto von Bismarck vermittelte deutsche Härte. Beachtet werden sollte aber, dass er oder Hitler nicht zwangsläufig das repräsentative Deutschland ist, sondern eher ein Wolfgang Goethe, ein Hermann Hesse, Ephraim Lessing, ein Franz Kafka oder auch ein Johann Bach. Die Härte Deutschlands entstand durch die Kriege.

Ein Blick auf das sogenannte deutsche Reich

Deutschland war nicht immer das Deutschland, das wir heute kennen. Nationen sind erst durch Verträge der Kolonialmächte entstanden. Die heutige deutsche Nation hatte einen langen Weg hinter sich. Es gab vor „Deutschland“ –meines ungefähren Wissens nach- noch das bayrische Reich und das preußische Reich, das unter der Herrschaft, der Hohenzollerschen Adelsfamilie stand.
Österreich wie heute gab es auch nicht. Es gab ein Österreich-Ungarisches Reich. Ein Anschlag auf einem Herzog aus Österreich in Sarajevo, veranlasste eine Kriegserklärung gegen England und Frankreich. Deutschland zog somit aus Bündnismotiven ebenfalls in den Krieg. Nun hatte Deutschland nicht direkt mit dem Krieg zu tun, aber die Gewinner des Krieges, nämlich die Franzosen und Engländer mit amerikanischer Unterstützung, zwangen die Deutschen den Versailler Vertrag zu unterschreiben, in dem das sogenannte deutsche Reich, die Schuld komplett auf sich nehmen sollte, obwohl es nicht das Reich war, welches den Krieg erklärte. Deutschland war ganz klar eine Zielscheibe und schon ab dem Punkt, dem Untergang geweiht, da nämlich erst die Weimarer Republik entstand und daraus Nazideutschland resultierte. Hitler sprach aggressiv den kleinen Mann an und gewann den für sich. In nicht allzu langer Zeit expandierte das Nationalsozialistische deutsche Reich und eroberte Europa bis kurz vor Moskau. Britannien und USA schauten dabei zu und griffen dann erst ein, als sie es für notwendig erachteten. Hitler, der so schnell aufstieg (was eigentlich sehr komisch ist – wie kann ein Land nach einem Weltkrieg so schnell aufsteigen? Es hatte doch keine Gelder mehr. Wie kann es sein, dass auf einmal ein Mann daherkommt, aggressiv redet, so viele Menschen erreicht und in so kurzer Zeit zu einem der heftigsten Führer wird? Mit welchen Geldern soll das alles geschehen sein? – siehe hier „Presscott Bush“), fiel auch wieder schnell.

Ein Blick auf das heutige Deutschland

Deutschland wurde von vielen Seiten (den Alliierten – USA, Frankreich, Großbritannien und Sowjet Union) erdrückt und letztlich geschlagen. Dadurch entstand eine Aufteilung in vier Besatzungszonen. Das Volk musste daher vorerst auch erst entnazifiert werden. Wie aber sah denn so eine Entnazifizierung aus? Aus einigen Kindern wird man wohl nicht die faschistoiden Gedanken losgeworden sein. Einige bekamen vielleicht beide Weltkriege mit. Von 1900 bis 1945 ist so dermaßen viel auf deutschem Boden passiert, dass Deutschland von da an keine richtige Identifikationsgrundlage mehr bieten konnte. Die Nürnberger Prozesse, die nach dem zweiten Weltkrieg folgten und die Gründung der Bundesrepublik durch Konrad Adenauer und Co., sowie auch die soziale Marktwirtschaft, waren vorerst einfach nur ein schnell dahin geklatschtes Nationsmodell, das bis heute nicht wirklich standhält. Es sieht nur so aus. Aber ist ein lächerliches Fundament, dass keine wirkliche Autonomie mit sich bringt, sondern seit dem Versailler Vertrag unter amerikanischer Aufsicht steht. Die BRD hatte keine Chance überhaupt eine Identifikationsgrundlage zu errichten, da es nur noch finanzielle Not gab, wodurch ein Wirtschaftswunder erzwungen wurde und die Deutschen erstmals seit Langem wieder Wohlstand ausleben konnten. Soviel erst einmal zur BRD.

Die deutsche Geschichte – Ein undefinierter Salat

Erst einmal aufatmen. Wer bis hier hin gelesen hat, hat nur einen Einblick erhalten, was sich in den letzten 120 Jahren auf deutschem Boden ereignete. Erwähnt wurde in diesem Beitrag bislang nicht, dass die nationalsozialistische Ideologie rassistisch veranlagt war, was der wahnsinnige Mord von Millionen Menschen mit jüdischem Hintergrund bedeute. Zudem wurden auch innerhalb dessen sogenannte Euthanasiemorde, also die Tötung von behinderten Menschen, durchgeführt, als auch die Tötung an Menschen mit einem Roma-Hintergrund. Auch muss erwähnt werden, dass die wissenschaftliche Recherche für diese rassistische Ideologie, u.a. mit Geldern aus dem USA finanziert wurde (siehe hier „Kaiser-Wilhelm-Institut“). Dass unethische Handlungen auf deutschem Boden stattfanden, ist unbestreitbar. Wer gerne BMW fährt, sollte auch wissen, dass BMW ein KZ hatte, in welchen Juden arbeiteten (Siehe hierBMW“). War Deutschland aber schon bereit dafür, was auf deutschem Boden verkackt wurde, auszubaden? Hätte Deutschland nicht mehr Zeit gebraucht, um sagen zu können „Wir sind ein starkes Deutschland“? Hatte Deutschland überhaupt die Chance dazu, unter den amerikanischen Fittichen?

Die Produktionen in Deutschland liefen an und es mangelte an Arbeitern. Also holte sich Deutschland aus ganz (christlich-geprägten) Europa Gastarbeiter. Die Produktionen liefen so gut, dass trotz Zuwanderung aus Italien, Spanien, Griechenland und Balkanländern, immer noch das Personal fehlte. Das war damals schon ein Knackpunkt. Warum musste denn auf „Teufel komm raus“, so dermaßen viel produziert werden, dass man unkontrolliert eine sogenannte „provisorische“ Zuwanderung erzwingt? Warum wurde damals nicht von politischer Seite gesagt: „Lass uns mal schauen, was wir hier haben und wie wir in Zukunft besser klarkommen und bessere Verteilungen vornehmen“? Der Neoliberalismus aus den USA zwang die deutsche soziale Marktwirtschaft dazu, dem Kapital zu dienen und nicht dem arbeitenden Volk, welches nicht sehen konnte, dass die Reichen reicher wurden, da es selbst einen Wohlstand genoss, den es zuvor nie erlebte. Das arbeitende Volk wurde dadurch geblendet, dass sie ihre Geldbörsen voller und mehr Essen auf den Tellern hatten, und rumbumbsen konnten ohne dafür großartig moralisch belangt zu werden, da Sex auf einmal frei und nicht mehr geächtet war. Diese Maschinerie wurde unaufhaltsam und die Politiker, die gerne mit den Reichen in den schönsten Restaurants aßen, sahen auch keinen Grund dafür, diese Maschinerie aufzuhalten, da das auch das Ende des Dickwerdens ihrer Geldbörsen bedeuten würde. Also wurde die Idee, dass der Türke zum Arbeiten nach Deutschland kommen sollte, nicht hinterfragend angenommen.

Was genau ist ein Türke?

So wie Deutschland nicht immer Deutschland war, so war die Türkei nicht immer die Türkei. Die heutige Türkei ist das, was von dem sogenannten osmanischen Reich übriggeblieben ist. Die Dynastie der Osmanen, die auch eine Familiendynastie war, kam ursprünglich vom Volk der Seldschuken, die aus der Mongolei in Richtung Anatolien wanderten. Turkvölker gab es schon im 8. Jahrhundert, aber die Dynastie der Osmanen begann ab dem 14. Jahrhundert im byzantinischem Gebiet, also ungefähr da wo das heutige Istanbul ist. Von da an expandierte das osmanische Reich und eroberte den größten Teil Nordafrikas, wie auch die Balkanländer und Teile der arabischen Ländereien. Schon seit Beginn an, hatte der Islam bei den Osmanen einen hohen Stellenwert. In den eroberten Ländern wurden Steuern erhoben, für diejenigen, die den anderen abrahamitischen Religionen angehörten. Die Leute, die nicht dem islamischen Glauben angehörten und eine andere Glaubensorientierung als die der drei abrahamitischen Religionen hatten (wie z.B. Yeziden oder auch Aleviten), wurden gejagt. Nachdem das osmanische Reich seinen Höhepunkt erreichte, wurde es nach und nach zerdrückt und letztlich von den Kolonialmächten zerschlagen. Durch Kemal Atatürk und dem Vertrag von Lausanne ist die heutige Türkei entstanden und ist zugleich das, was von dem osmanischen Reich übriggeblieben ist.

Was bedeutet eigentlich türkische Identifikation?

Die Identifikationsgrundlage der Türkei ist genauso fragwürdig, wie die der deutschen. Bei einem Blick auf die Geschichte der Türkei, ist zu ersehen, dass das Land, also der Boden, der heutigen Türkei, absolut gar nichts türkisches bzw. turkvölkisches vom Ursprung her hat. Der bekannte Urlaubsort „Side“ beherbergt den Apollon-Tempel, der ganz bestimmt nichts türkisches an sich hat, da das altgriechischem Kultursprungs ist. Ein anderes Beispiel ist die Stadt Trabzon, die dafür bekannt ist, dass dort türkisch-nationalistisch Gesinnte leben, obwohl diese Stadt erst im 14. Jahrhundert von den Osmanen okkupiert wurde. Außerdem muss hinzugefügt werden, dass die nationale Gesinnung der Osmanen immer mit dem Islam verknüpft war. Auf den Boden der heutigen Türkei war schon immer ein Mischvolk vorhanden. Darunter gab es auch welche, die keiner Religion angehörten. Alles was nicht den abrahamitischen Religionen entsprach, wurde von den Osmanen zum Islam assimiliert. Es wurden verschiedene Sprachen gesprochen. Die Osmanen selbst und die, die sich zu den Osmanentum gesinnten, sprachen türkisch. Nun ist es so, dass sich viele Menschen, innerhalb des heutigen türkischen Landes, über Jahrhunderte und Jahrzehnte mit dem Islam und ihrer Sesshaftigkeit identifizierten. Sie haben sich haben sich aber nicht mit dem Türkentum identifiziert. Dies ist nämlich ein Irrglaube, den der Begründer der Republik Türkei und dessen erster Präsident Kemal Atatürk verbreitete. Er reformierte das von osmanischen Reich übrig gebliebene Land, führte „Türkisch“ als Amtssprache und die lateinischen Buchstaben in die Republik ein. Plötzlich mussten alle türkisch sprechen. Kurdisch oder Aramäisch wurde verboten. Aufeinmal mussten die Leute türkisch sprechen. Dabei wurde ihnen der Islam gelassen. Das reichte zur Identifikation.

Beziehungen zwischen Deutschen und Türken

Während des ersten Weltkrieges waren die Deutschen und die Türken (bzw. die Osmanen) nicht verfeindet. Die Bagdad-Bahn war beispielsweise ein Projekt, was Deutschland und Türkei -aber vor allem deren Handel untereinander- verbinden sollte. Es gab nicht nur Austausch vor und während des ersten Weltkrieges, sondern auch noch danach und während des zweiten Weltkrieges. Es entstand der deutsch-türkische Freundschaftsvertrag. Auch heute noch gibt es gute wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Türkische Firmen haben inzwischen Vertriebsstätte in Deutschland (siehe Ülker). Es ist also zu ersehen, dass Beziehungen zwischen den Türken und den Deutschen nicht erst zur Gastarbeiterzeit geläufig waren.

Was soll das Integrationsgelaber?

Mich ärgert es, wenn Serdar Somuncu bei Markus Lanz (oder bei was weiß ich wen), immer davon redet, dass es in Deutschland keine Integration von Türken gab. Dieses Thema „Integration“ ist einfach nur noch ausgelutscht. Es haben sich genug Türken in Deutschland integriert. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Türken integriert haben. Natürlich hatte Deutschland nicht das Interesse daran, Ausländer zu integrieren. Denn es ging und geht immer noch nur ums Geld.

Die Geldmaschine

Man könnte so viel zu dem Thema „Türken und Deutsche“ schreiben. Das würde kein Ende finden. Doch wie mein Text hier, muss diese ganze Scheiße auch mal ein Ende finde. Mit „diese ganze Scheiße“ meine ich die Geldmaschine, die durch die „Ausländer in Deutschland“ - Thematik weiterhin in Betrieb wird. Böhmermann macht das Schmähgedicht über Erdogan und sorgt medial für Aufruhr. Auf einmal ist er das Thema schlecht hin. Merkt denn keiner, dass er und die öffentlich-rechtlichen Medien, dadurch Geld machen? Es wurde so viel mit Emotionen medial rumgespielt. Irgendwer muss doch Geld damit verdienen. Böhmermann zumindest schon. Seine Bücher bekamen wohl mehr Publicity. Wenn es wirklich um Werte und Normen gehen würde, würde man Böhmermann entweder an Erdogan ausliefern oder einsperren oder auch einfach sein Showbusiness entziehen.

Aber irgendwie muss doch die Geldmaschine funktionieren. Das jüngste Ereignis mit Özil muss doch auch ein Indiz dafür sein, dass es irgendwer doch Geld macht. Dann sagt Özil, es gäbe zu viel Rassismus und andere stimmen dagegen. Das ist doch einfach nur noch lächerlich. Die dumme Masse braucht solche Schlagzeilen und die Medien profitieren davon. Auch Rapper wie Eko können Profit damit schlagen. Er hat gerade sein neues Album fertig und sah die Chance auf diesem Özil-Rassismus-Debatte-Zug aufzuspringen und brachte dazu einen neuen Track mit Video raus („Aber“). Bei Spiegel TV wurde das Thema auch mal wieder kurz heiß gemacht und Eko bekam seinen Auftritt. Leider sehe ich darin nicht wirklich, das Ausüben seiner Kunst, sondern einfach nur Geldmacherei.

In andern Worten: Leute kommt klar. Lasst euch doch nicht von diesem ganzen medialen Scheiß manipulieren. Seit über 30 Jahren leben wir nun mit Türken in Deutschland. Lasst uns doch alle zu sehen, dass sich das politisch nicht weiterhin so aufputscht, wie z.B. mit der AfD. Diese Partei ist nur ein Hinweis dafür, dass sie etwas kommunizieren, was im Vorfeld immer verschwiegen wurde und nun durch die hitzige Situation verstärkt vermittelt wird. Versucht euch nicht emotional leiten zu lassen von der ganzen Thematik. Informiert euch! Setzt gemeinsame Ziel und versucht diese zu erreichen. Wenn das hier alles so weiterläuft, erhält bald weder der Deutsche noch der in Deutschland lebende Türke nicht mal einen Cent für die Rente. Dabei haben beide gleichzeitig solange dafür gearbeitet. Was interessiert euch dieser hässliche Böhmermann oder dieser minderbemittelte Özil? Die haben genug Geld im Leben. Aber ihr nicht.

Den reichen Türken in Deutschland interessiert das Gerede gar nicht. Warum? Weil sie weiterhin Business machen, so wie es auch schon vor hundert Jahren gemacht wurde. Genau so wenig interessiert es den andern reichen Menschen in Deutschland. Ganz einfach deshalb, weil das Geld keinen Patriotismus kennt, sondern nur die Gier. Und die dumme Masse schluckt einfach nur.